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In die Schublade gesteckt

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Andrew Vladeck (8.9.2010)

Der New Yorker Singer/Songwriter Andrew Vladeck hat im März mit The Wheel sein drittes Soloalbum veröffentlicht. Und zwischendurch tritt er als Gründungsmitglied der Honey Brothers auf. Bisher ist er in Europa ein unbeschriebenes Blatt, dies soll sich aber im September endlich ändern, wenn er auf Europa-Tour auch nach Deutschland kommt. Im Mail-Interview stellte er sich zunächst jedoch den Fragen unserer Redaktion.

AN.de: Als ehemaliger städtischer Parkaufseher hattest du deinen Arbeitsplatz in der Natur. Wie hat dies Dein Leben beeinflusst?

Andrew Vladeck: Menschen sind für mich nun wilde Tiere. Manche sind wie Eichhörnchen, die nervös umherflitzen, Nüsse kaufen und vergessen, wo sie sie vergraben haben. Andere Menschen sind wie Waschbären, sie tragen Masken und wühlen durch den Müll ihrer Nachbarn. Manche Menschen sind wiederum teils Falke, teils Hirsch. Dies sind die schizophrenen, neurotischen Typen mit denen ich gerne in Sommernächten einen trinke.

AN.de: Wie würdest du die Musik der Honey Brothers beschreiben verglichen mit deinen Soloaufnahmen?

Andrew Vladeck: Meine Soloaufnahmen sind mehr erzählerisch und gefühlsgeladen, näher an Folk-Music angelehnt. Die Honey Brothers sind abstrakter und cooler, eher an New Wave angelehnt.

AN.de: The Wheel erschien im März in Europa. Warst Du glücklich mit den Reaktionen, die Du darauf erhalten hast?

Andrew Vladeck: Ich finde es sehr spannend zu sehen, wie den Europäern einige Dinge gefallen, die den Amerikanern nicht auffallen oder als selbstverständlich erscheinen. Deswegen war ich sehr dankbar dafür, dass ich meine Musik mit den Europäern teilen durfte.

AN.de: Deine Lyrics sind sehr ausgearbeitet. Woher beziehst du deine Inspiration für deine Texte?

Andrew Vladeck: Der Teufel steckt im Detail – wie  man so schön sagt – und in New York City gibt es jede Menge davon, wenn man seine Augen und Ohren offen hält und etwas zum Schreiben dabei hat.

AN.de: In The Songs You Inspire singst du die Zeile "Jeder Tag ist in Wörtern vergraben" – Wie wichtig sind Wörter für dich? Begleiten sie die Melodie, oder ist es eher andersherum?

Andrew Vladeck: Songs starten für mich mit der Geschichte oder zumindest dem Gefühl. Die Musik folgt schnell und dann entwickeln sie sich gemeinsam. Es startet aber alles damit, dass ich etwas zu sagen habe.

AN.de: Nervt es dich, wenn Menschen deine Musik in eine Schublade stecken oder deine Texte analysieren?

Andrew Vladeck: Nein, ich finde Reviews faszinierend, vor allem wenn sie eine Verbindung herstellen, die mir zuvor nicht aufgefallen ist. Ich bin meiner Musik manchmal so nah, dass es teilweise schwierig ist, sie objektiv zu hören.

AN.de: The Wheel erschien bereits vor mehr als einem Jahr. Arbeitest du bereits an einer neuen Platte?

Andrew Vladeck: Ich bin fast mit einer neuen EP fertig und ich glaube, es ist das Beste, was ich jemals aufgenommen habe. Ich kann es kaum erwarten, dass Menschen es in eine Schublade stecken und meine Texte analysieren!

AN.de: Worauf freust du dich am meisten, wenn Du im September nach Europa kommst? Gibt es etwas Spezielles, was du sehen möchtest?

Andrew Vladeck: Ich kann die Fahrten durch ländliche Gebiete kaum erwarten sowie die Leute zu treffen, mit denen ich mir schreibe und alte Freunde zu sehen.

AN.de: Wenn Du einen ungewöhnlichen Merchandise-Artikel designen müsstest, was ware es und warum?

Andrew Vladeck: Es wäre ein Schneekugel-Musikbox-Salz&Pfefferstreuer. Quasi ein 3-in-1 Souvenir. Wenn man ihn schüttelt, würde der Schnee auf eine Miniatur-Straße von New York City fallen, auf der eine kleine Version von mir laufen würde. Gleichzeitig wird ein Song aktiviert und man würde Salz oder Pfeffer streuen. Hey, Du hast gefragt!

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