
Fish'n'Roll
Fish'n'Roll
Electric Eel Shock (7.10.2009)
Mit ihrem sechsten Album Sugoi Indeed versuchen die japanischen Metaller Electric Eel Shock weiter nach vorn zu preschen. Es wäre ihnen zu wünschen, denn ihre Mischung aus leidenschaftlicher Hommage und sensibler Ironie hat das Trio schnell in die Herzen derjenigen spielen lassen, die mit diesem Sound in Berührung kamen. Angefixt vom aktuellen Album der Band, trafen auch wir uns mit Gitarrist und Sänger Akihito Morimoto und Basser Kazuto Maekawa.
AN: Ihr veröffentlicht euer neues Album Sugoi Indeed. Wie sind die ersten Reaktionen und gibt es darin Unterschiede zwischen Japan und Europa?
Kazuto: Naja, wir haben noch nicht viele Reaktionen in Europa bekommen. Wir hatten bisher einen Promotermin, aber das Mädel fand es super.
Akihito: Wir hatten ein paar Konzerte in Japan, auf dem wir einiges neues Material einbauten und die Reaktionen waren ebenfalls durchaus positiv.
AN: Ihr habt ja schon eine relativ große Fanbase in Japan. Ist das richtig?
Kazuto: Naja, kommt darauf an, wie man groß definiert. Wir waren in den letzten Jahren hauptsächlich in Europa unterwegs und die Base in Japan wächst auch. Das haben wir auf der letzten Tour bemerkt.
AN: Und es nicht zu vergessen, dass eure Fans die Alben mitfanziert haben.
Aki: Ja, das ist richtig. Dies wurde über die Seite sellaband.com erreicht, die einer Band die Möglichkeit gibt, Geld für Projekte zusammen zu bekommen und wir haben diese in Aufnahmen investiert. Außerdem haben wir nun einen Vertrag in Europa über Rodeostar und Universal in Japan, was die Sache sicherlich erleichtert und uns freut.
![]() |
|
Electric Eel Shoc |
AN: Ich habe gelesen, dass ihr euer Englisch anhand von Metalplatten gelernt habt. Stimmt das?
Kazuto: Naja, das stimmt zum Großteil. Wir hatten natürlich Englisch-Unterricht in der Schule, aber der war einfach nur langweilig! Ich hörte damals Hardrock und Metal und hatte einfach nur die Motivation, zu verstehen, worüber die singen. Also hab ich daran mein Englisch aufgefrischt.
Aki: Im Prinzip war ja das erste Ziel, die Prüfungen zu bestehen. Aber überall, wo du hinkommst, solltest du Englisch sprechen können. Die meiste Musik ist auf Englisch und auch nicht alle englischen Filme werden übersetzt.
AN: Habt ihr jemanden, der eure Texte korrigiert?
Aki: Ja, unser Manager in London macht das. Er ist ein witziger Typ. Außerdem lässt er uns eine gewisse Freiheit, wenn er meint: "Hört mal, das sagt ein Engländer normalerweise nicht so, aber es hat einen gewissen Charme. Lasst es so!" Sachen wie Do The Metal oder Suicidal Rock'n'Roll haben z.B. keine Bedeutung, aber das geht wohl trotzdem.
Kazuto: Ja, er hat sich Akis Sprache gewöhnt und lässt da einiges durchgehen. Das Training der Aussprache wird zwar gemacht, aber auch nicht allzu stark.
AN: Wie ist es, mit einer Produzenten-Legende wie Attie Bauw zusammen zu arbeiten?
Kazuto: Es ist immer wieder klasse, vor allem, weil er auch eine großartige Person ist. Es ist teilweise sogar schon sehr familiär zwischen uns. Es ist nicht halt nicht nur das Arbeiten und das Lernen von ihm, sondern er betreut uns regelrecht, wenn wir in Holland sind.
AN: Es gibt ja auch eine Dokumentation von euch unter dem Namen: Sex, Drugs & EMail. Stimmt es, dass sich das E-Mail darauf bezieht, dass ihr die englische Konversation gescheut habt?
Kazuto: So ungefähr. Zu der Zeit sollten wir in die USA und es sollten auch Interviews stattfinden. Aber wir hatten ein wenig Angst, nicht alles zu verstehen bzw. ordentliche Antworten zu geben. Mit Mail-Interviews war es leichter. Wir konnten heimlich mit dem Dictionary arbeiten und schnell die Übersetzungen suchen. Das Schwierigste wären noch Telefoninterviews gewesen, weil du da überhaupt keine Mimik des Gegenüber hast, in der man doch einiges ablesen könnte.
AN: Bevor wir zur Musik kommen, noch eine kurze Frage an dich, Aki. Du liebst ja das Fischen und schreibst auch darüber.
Aki: Ja, genau. Ich liebe, es zu Angeln. Ich habe zwar auch ein paar Songs mit Lyrics über das Fischen geschrieben, aber ich schreibe auch Artikel für eine Fachzeitschrift. Außerdem, und das macht mich glücklich, ist der Titeltrack Sugoi Indeed der Teaser für eine Fernsehsendung über Fischen bzw. Angeln.
AN: Eure Einflüsse sind klar heraushörbar: Iron Maiden, Judas Priest und Black Sabbath, von denen ihr regelmäßig den Song Iron Man covert. Mit wem würdet ihr denn am Liebsten mal eine Ko-Operation machen?
![]() |
|
v.l.n.r.: Tomoharu „Gian“ Ito, Akihito Morimoto, Kazuto Maekawa |
Kazuto und Aki: Ozzy!
Kazuto: Ich höre Black Sabbath am liebsten in der Ozzy-Ära. Sabbath mit DIO sind für mich keine Sabbath mehr.
Aki: Ich mag DIO und dieses Holy Diver-Ding. Aber das passte nicht auf Sabbath.
AN: Euer Drummer Gian liebt es, nackt zu spielen. Ist das kein komisches Gefühl, dass hinter euch der nackte Drummer sitzt und sein bestes Stück nur mit einer weißen Socke abdeckt?
Kazuto: Nein, wir haben uns daran gewöhnt. Aber ehrlich gesagt, kann ich mich gar nciht mehr daran erinnern, wann er das zum ersten Mal gemacht hat. Er wurde allerdings einmal in Hongkong verhaftet und wir mussten eine Kaution zahlen, um ihn daraus zu holen.
AN: Ihr habt schon einige Länder bereist und über jedes hattet ihr bestimmt diverse Klischees im Kopf. Könnt ihr euch daran erinnern, wo es die größten Unterschiede zwischen Vorstellung und Realität gab?
Kazuto: Was ziemlich gut mir den Vorstellungen übereinstimmte, war Deutschland. Es heißt, die Deutschen sind pünktlich, ehrlich und fleißig und die Erfahrung haben wir auch gemacht. Ähnliches dachten wir auch über England, aber die scheinen ihre ganz eigene Zeit zu haben.
Aki: Ich hatte von den USA bestimmte Bilder im Kopf: New York, Los Angeles, San Francisco und hatte überhaupt nicht bedacht, dass 95% der Fläche de USA eigentlich sehr ländliches Gebiet ist. Jeder Winkel dort hat seine ganz eigenen Eigenarten und es ist erstaunlich, wie schnell die Trends z.B. in New York sind. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass vor allem außerhalb der Ballungsräume Metal deutlich mehr gehört wird.
Die aktuellen Toudaten:
13.11. Hamburg - Headcrash
15.11. Essen - Zeche Carl
16.11. Köln - Underground
17.11. München - Backstage




