Bigsize

Platte der Woche

Vierkanttretlager
Die Natur Greift An

Aktuelle Platten

Das Duo zum Zwanzigsten

Das Duo zum Zwanzigsten

Das Duo zum Zwanzigsten

Zappanale 20

Seit zwanzig Jahren begeht nun bereits die Arf Society ihr musikalisches Hochlebenlassen der Musik Frank Zappas. Für den runden Geburtstag des gutmütigen und gemütlichen Geheimtipps unter den Sommerspektakeln ist das bunte Rahmenprogramm stark erweitert, die Bühne etwas verlegt und der Wochenend-Campingplatz leicht vergrößert worden.

Und, wie im vergangenen Jahr, existiert auch 2009 eine zweite Bühne. Gerade diese Truckstage ist es, welche neben dem erneut hervorragenden Wetter strahlt und Herzen höher schlagen lässt.
Während auf der Hauptbühne weiterhin gerade das Gestrige in neuen Versionen und Varianten erblüht, bringt der vermeintliche Nebenschauplatz gegenwärtige Strömungen und auch durchaus zukunftsweisende Klangkonstellationen unter das friedliche Völkchen der Zappanale.

Nachdem bereits in Hamburg zur Wochenmitte konzertiert wird und der Ort Bad Doberan das lange Festivalwochenende mit Kinovorstellung und Konzertabend einleitet, beginnt am Freitag das Freudenfest an der Galopprennbahn. Von nah und fern strömen Zappa-Coverbands herbei – neben Formationen um und mit Zappa-Begleitern. Doch auch andere Underground-Blüten wachsen im Grünen unweit der Ostseeküste. Versponnene Hippieträume werden wahr, wenn Gong ins Zwergenreich, zu Sonnentempeln und in den Weltraum entführen. Letzteren bereist auch der niemals enden wollende Klangtrip der interkontinentalen Zusammenführung Acid Mothers Guru Guru Gong.

00_weINsist_zappanale_09.jpg

Foto: Julien Divisia (We Insist!)

 

Für eine radikale Verjüngung der Klangverhältnisse sorgt in diesem Jahr vor allem die intensive Duo-Integration. Ihr Ort ist die überschaubare Lastwagenbühne. Noise lärmt dort, es darf gejazzt werden und selbst Industrial erklingt. Weltenmusik-Schichtmodelle verströmt Die Reise, Mukra zerhackt Heavy-Manierismen gezielt und nachhaltig, Zarboth – ein Ableger von We Insist! - feiert Freistil-Metal-Core als humoristisches Erwachsenentheater, nachdem das Quintett am frühen Samstagnachmittag bereits demonstriert wie komplexe Rocksongs präzise dargeboten werden können. Und eine derart ausgezeichnet aufeinander eingestimmte Band, die Prog und Noise, Groove und Virtuosität zu verbinden versteht wie We Insist!, gibt es lediglich selten zu erleben.
Die französische Gruppe verblüfft zudem mit transparentem Sound und ist der frühe Festival-Höhepunkt.

Diese Position sollte eigentlich Terry Bozzio vorbehalten sein. Doch der Meistertrommler bietet lediglich Langeweile auf höchstem Niveau. Im Anschluss an sein Solo-Konzert entschädigt aber dann ein entblößtes Aufrichtiges Zappa. Die Gruppe Tarentatec geht unter diesem Pseudonym die Songs des bärtigen Komponisten und Gitarristen mit der Energie und Ausgelassenheit der frühen Chili Peppers an. Das wird vom jungen und alten Publikum gleichermaßen gefeiert. Bis in die frühe Nacht hinein.

 

Skyscraper