
Coming Through on Granmama's Radio
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The Gaslight Anthem
The Gaslight Anthem waren 2008 sowas wie die Band der Stunde. Kaum eine Jahresliste, in der The '59 Sound nicht auftauchte. Und das, überaschenderweise, nicht nur in der ohnehin der treuen Punkrock-Fangemeinde, sondern übergreifend. Im Februar waren sie mal wieder für einige Konzerte in Deutschland und waren daher zu einem Gespräch bereit.
Natürlich kam der Erfolg für sie überraschend. Diese Feststellung von Drummer Benny Horowitz verwundert nicht. The Gaslight Anthem haben innerhalb von zwei Jahren zunächst mit Sink Or Swim die Punkrock-Szene erobert, nur um kaum später mit The '59 Sound sowas wie das Konsens-Album des Jahres zu veröffentlichen. Dabei könnte die Band sogar schon viel größer sein. "Aber wir glauben, dass eine Band langsam wachsen sollte," meint Horowitz. Leidtragende waren die Fans, die zu langsam waren für ihre gerade zu Ende gegangene Tour eine Karte zu kaufen.Jedes Deutschland-Konzert war dabei ausverkauft. Nur in Berlin, wo sie am Abend des Interviews spielten, gab es noch wenige Restkarten, die im Nu weg waren.
Bei dieser Tour war das aber auch kein Wunder. Nicht nur, dass mit Polar Bear Club einer der großen Geheimtipps aus Amerika mitfuhr, nein, auch Frank Turner, seineszeichens britischer Singer/Songwriter mit rasant wachsender Fangemeinde, konnte sicher so manchen vom Kartenkauf überzeugen. Nicht lange ist es her, dass The Gaslight Anthem selbst noch andere Bands, wie z. B. Against Me! supporteten. "Das ist eine der schönsten Seiten vom Erfolg, dass wir andere Bands, die wir mögen, mit auf Tour nehmen können", freut sich Horowitz.
Auch wenn die Band an diesem Abend schon zum dritten Mal innerhalb eines Jahres in Berlin gastierte, hatte man vor der aktuellen Tour sogar etwas Freizeit. Sänger Brian Fallon hat diese ganz besonders genutzt. "Er hat einige Konzerte alleine gespielt." Leider ist derzeit jedoch kein Soloalbum geplant. Immerhin kann man sich einige der Songs, die er alleine gespielt hat, auch bei Myspace hören. Das Bruce Springsteen-Cover wird sogar an diesem Abend aus der Menge gefordert. Fallon reagiert eher schüchtern kühl und sagt, man spiele nur die eigenen Songs.
Im Gespräch fällt auf, wie deplatziert dieser Erfolg bei dieser Band doch ist. Horowitz schwärmt davon, dass bei den Aufnahmen zu The '59 Sound Dicky Barrett von den Mighty Mighty Bosstones oder Chris Wollard von Hot Water Music vorbeischauten und auf jeweils einem Song mitsangen. "Wen interessiert, ob das dem Song hilft, wenn du Chris Wollard von Hot Water Music auf deiner Platte haben kannst?", schwärmt er. Und es fällt auch nur schwer auf, wer bei Meet Me By The River's Edge im Hintergrund mitsingt. Der Part von Barrett bei The Patient Ferris Wheel ist dann immerhin perfekt besetzt, wenn auch extrem kurz.
Alles in allem freut man sich für die vier Jungs aus New Jersey, dass sie eine solche Aufmerksamkeit bekommen. Vor allem auch, weil sie auch an diesem Abend live wieder überzeugen. Denn für das wieder warmspielen, so Horowitz, habe man nur zwei Shows gebraucht.


