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- Newsflash vom 10.09.2010
mit Sufjan Stevens, Wildbirds & Peacedrums, Paul Smith (Maximo Park), Metallica, dem Berlin-Festival und Videos von NoFX, Selig und Pohlmann - Alternative Nation
Jimmy Eat World - Webwheel zum Album Invented - Kings Of Leon
Erstes Video zur ersten Single aus dem kommenden Album - Newsflash vom 08.09.2010
Mit Kettcar, Fotos, Dag För Dag und Robert Plant - Newsflash vom 07.09.2010
mit Beat! Beat! Beat!, Weezer, Röyksopp, Soulfly, Kings Of Leon, dem Label Ninja Tune XX, The XX, Jane's Addiction und Erdmöbel - Newsflash vom 06.09.2010
mit Belle & Sebastian, Sia, Deerhunter, Underworld, Coheed And Cambria, Musée Mecanique, Pavement, Röyksopp, Disturbed, Grinderman und Vampire Weekend - Alternative Nation
Blackmarket - Ticketverlosung für Gig in Köln + 1 x T-Shirt - Plan Three
Verlosung für Showcase auf der Popkomm - Newsflash vom 02.09.2010
Mit Røyksopp, Chris Martin, Cancer Bats und "unhearit" - Newsflash vom 01.09.2010
Mit der Persistence Tour, Kid Rock, Samian, Blink 182 und The Black Pacific
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Label der Liebhaber
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Labrador
Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Das dachten sich auch die Betreiber des charmanten schwedischen Indielabels Labrador und zelebrieren die 100ste Veröffentlichung mit einer schicken 4 CD-Compilation inklusive ausführlicher, persönlicher Linernotes. Dieses freudige Jubiläum gibt zudem Anlass, eine Firma vorzustellen, die ohne Übertreibung als Definition eines Liebhaberlabels bezeichnet werden kann. Die Liebe zu melodiöser Popmusik in all ihren schillernden Gestalten, steht im Zentrum eines Unternehmens, das sich keinen Marktzwängen unterwirft, zuerst auf das Herz hört und somit den heutzutage oft überstrapazierten Begriff „Indie“ mit Leben füllt
Im Hause Labrador geht es freundschaftlich und familiär zu, das merkt man schnell, wirft man einen Blick auf die Entstehungsgeschichte. Vor neun Jahren gründete Bengt Rahm getrieben von der Leidenschaft zur Musik und dem Willen seinen Teil zur Musiklandschaft beizutragen ein kleines Label. Im Geiste des britischen Kult-Indies Sarah begann er in Eigenregie einige Sampler auf 7’ Inch zu veröffentlichen. Als ersten Longplayer wünschte sich Rahm das Album The Friend I Once Had der schwedischen Band Club 8, das bis dato nur in den USA und Japan vertrieben wurde. Es galt also Johan Angergard, Mastermind der Gruppe ausfindig zu machen. Einige Telefonat Richtung Spanien, wo dieser zu der Zeit lebte, später, war die Sache beschlossen und Missing You wurde als Vorabsingle die dritte Veröffentlichung. Weit wichtiger war jedoch, dass die Chemie zwischen Angergard und Rahm stimmte. Schnell stieg ersterer bei Labrador ein und ist gegenwärtig der Kopf des Labels. Außerdem gehören sein Bruder Niklas, so wie Joakim Ödlund zum Team, mit denen Angergard auch bei den Acid House Kings, einem Aushängeschild des Labels, spielt. Abgerundet wird der Kreis der Labelmacher von Mattias Berglund dem Leiter der Grafik-abteilung, die mit ihren Artworks regelmäßig kleine Kunstwerke produziert und so der Musik eine würdige Verpackung an die Seite gibt. Gemeinsam entscheiden sie über alle kreativen Belange.
Wenn nun der Jubiläumssampler den Titel A Complete History Of Popular Music trägt, so ist das zwar eine recht unbescheidene Ansage, doch im Kern zutreffender, als man zunächst denken mag. Denn was Labrador neben aller Sympathie für die Menschen dahinter auszeichnet, ist der treffsichere Geschmack, wenn es um die Auswahl der Künstler geht. Was nicht die Zustimmung aller Beteiligten erntet, hat keine Chance. Man glaubt ein großes Ganzes hinter allem zu entdecken, ähneln sich doch die unterschiedlichsten Acts auf eine besondere Weise darin, dass man förmlich spürt, wie lieb die Popmusik hier gehabt wird. Behutsam, verträumt und respektvoll, doch voller Energie und Entdeckergeist könnte man den Charakter des „Labrador-Sounds“ umschreiben. Dabei bedient der Katalog ein breites Spektrum an Spielarten, reicht von klassischem Songwriterpop, über sanften Electro bis zu Shoegaze und Neo Garage. Kein Wunder, dass da die Reihe der Anhänger eine bunte Schar aus verschiedensten Lagern ist und man bei der Recherche gerne mal auf College Radios in der kanadischen Provinz stößt, die Specials über das Schwedenlabel bringen. Doch auch die britische Zeitung The Guardian widmete den Skandinaviern jüngst ihre Aufmerksamkeit.
Ursächlich dafür könnte gewesen sein, dass mit The Radio Dept. eine Labrador-Band gleich zweimal den Titel der „Single Of The Week“ im meinungsbildenden NME einheimsen konnte. Auch hierzulande genießt die Band, deren harmonische Lieder aus Dream Pop, Shoegazing und Keyboards gespeist sind, einen steigenden Bekanntheitsgrad. Aktuell steuerten sie einige Stücke für den neuen Film von Sophia Coppola, Mary Antoinette bei, was zusätzliche Aufmerksamkeit verspricht. Doch auch weniger bekannte Bands wie Wan Light oder Tribeca repräsentieren den elektronischen Aspekt der Popmusik auf bezaubernde Weise.
Für traditionelleres Songwriting standen dagegen Edson, die sich mittlerweile bedauernswerter Weise aufgelöst haben. In ihrer schwedischen Heimat konnte sich die Band dank eingängiger, melancholischer Melodien eine Art Star-Status erarbeiten. Nun macht ihr Songwriter und Sänger Pelle Carlberg auf Solopfaden von sich reden. In samtener Anzugjacke begeistert er mit schlauen, liebenswert augenzwinkernden Alttagsbeobachtungen. Nachzuhören auf dem 2006er Album Everything. Now!, dem bereits in wenigen Monaten ein frisches Werk folgen soll. Ähnlich stilvoll sind auch Acid House Kings unterwegs, die man bei Bedarf als die schwedischen Belle And Sebastian vorstellen könnte. Mit Anleihen des 60er Pop der Sorte Burt Bacharach und einem geschickten Händchen für Harmonien verzückt die Band schon seit einigen Jahren. Auch bei Irene und Laurel Music dreht es sich um runde, warme Klänge. Diese Musik wurde geschrieben, um Mundwinkel zu heben und Tage zu erhellen.
Auf anderen Wegen, doch derselben Landkarte tummeln sich Loveninjas, deren Vollzeitdebüt The Secret Of The Loveninjas zu Beginn diesen Jahres erschienen ist und mit Liedern wie bunten Pfeilen um sich schießt. Freudestrahlend geht es auch bei Suburban Kids With Biblical Names zu, die im tollen Labrador-Stall eine Spitzenposition belegen. Ihre Mixtur aus Samba, Disco Keyboards, Brass und Rock`n`Roll ist eine besondere Erscheinung im Indie Pop dieser Tage. Das 2006er Album #3 sollte sich niemand entgehen lassen, der auf Ideenreichtum in Eingängigkeit achtet. Ohrwurmpotential konnten auch The Legends bereits beweisen, als vor drei Jahren Call It Ours auch in hiesigen Clubs zu hören war. In der Folgezeit entwickelte das Projekt von Labelchef Johan Angergard den Sound von einer modernen Garagevariante über 80er New Wave zu einem opulenten und schwelgerischen Electropop.
Diese Auflistung ließe sich beliebig um die Housemartins-inspirierten Corduroy Utd. oder Ingenting, deren Indie Rock Single Punkdrömmer in Schweden gerade große Erfolge feiert, erweitern und noch immer bliebe Raum Entdeckungen zu machen. Jüngstes Mitglied der Familie sind The Mary Onettes von deren „Arenapop“ man sich nei Labrador einiges verspricht. Es empfiehlt sich also jedem, der bisher noch nicht in den Genuss gekommen ist, auf dem schnellsten Weg zum Plattenladen des Vertrauens zu wandern, um sich mit Labrador #100 – A Complete History Of Popular Music eine neue Welt zu erschließen.
