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Berlin, Festsaal Kreuzberg

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Sebadoh (8.8.2011)

Motto-Tournee mit längst erwachsenen Gestaltern des Indie-Rock, welche retrospektiv Wünsche erfüllen. Lou Barlow und Jason Loewenstein, Homerecording-Exzentriker und Lo-Fi-Godfathers, sind nun auch wenigstens für einen Abend gemeinsam zu erleben, während ihrer überschaubaren Sebadoh-Europatournee. Noch kurz vor Konzertbeginn scheint dies kaum jemanden zu interessieren, da dann aber doch eine nichtssagende Vorgruppe einleitet, ist der Festsaal Kreuzberg pünktlich zum Konzertbeginn sehr gut gefüllt und das Publikum bester Stimmung. Und dies wird auch bis spät in den Abend genauso bleiben. Denn von der ersten Ansage bis zum letzten Ton demonstriert das Trio sämtliche Tugenden und Vorzüge des alternativen Rocks.

Freundlich bis freundschaftlich geht es zu während des Konzerts, Verständigungsprobleme existieren keine, Sprachbarrieren werden für nichtig erklärt - auch wenn die Enttäuschung Barlows erkennbar ist, als ihm mitgeteilt wird, dass Jetlag irgendwie auch ein deutsches Wort ist und ferner niemand ad hoc Beauty Of The Ride in ein wohlklingendes, circa siebensilbiges Wort übersetzen kann, von dessen Existenz er überzeugt ist -, auch auf Zurufe betreffs bestimmter Songs wird ziemlich prompt eingegangen.

Schon vor Konzertbeginn war klar, dass vornehmlich Bakesale- und Harmacy-Songs auf der analogen Setliste stehen, welche schon während des Konzerts verschenkt wurde. Denn die Aufführung der beiden unlängst wiederveröffentlichten Alben erklärte Barlow via Website zum Motto der Tournee. Euphorie ist das Resultat. Die traurigen Lieder werden hundertfach mit-durchlitten, die aggressiven heftig kopfnickend mitgegröhlt und die absurderen einfach gefeiert.

Doch neben dem Publikum haben an diesem Abend auch die Musizierenden ihren vorbehaltlosen Spaß. Sie geben dies offen zu und spielen ungefähr dreißig ihrer tollen Lieder. Einzig Willing To Wait bleibt aus. Doch das ist schlussendlich auch egal, wenn das Trio, nach einer mitreißenden Aufführung von Brand New Love, den Saal verlässt. Was für eine nette Band: Sebadoh.

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