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Traumzeit Festival, Landschaftspark Nord/Duisburg

Traumzeit Festival, Landschaftspark Nord/Duisburg

Traumzeit Festival am Hochofen (1.7.2011)

In einer eher ungewöhnlichen Location findet seit einigen Jahren das Traumzeit-Festival in Duisburg statt. Der Landschaftspark Nord verbindet Industriekultur und Natur auf eine mystische und wunderschöne Art und Weise. Wenn hinter dem Hochofen die Sonne untergeht scheint es, als ob nichts in der Welt eine größere Rolle spielt, als dieser Moment. Passend also zu einem Festival mit dem Namen Traumzeit.

Auf dem Freigelände vor dem Gasometer und in verschiedenen Hallen fand im Laufe der drei Tage eine Mischung aus verschiedenen Künstlern und Stilrichtungen statt, dessen musikalischer Schwerpunkt in diesem Jahr Myanmar, besser bekannt unter Burma, bzw. Birma war. Dies beinhaltete Kurzfilme, Vorträge und natürlich Musik aus dem südostasiatischen Vielvölkerstaat.

Außerhalb des Schwerpunktes Myanmar waren die drei Tage gespickt mit interessanten und ergreifenden Darbietungen. Begrüßt wurden die Besucher an der Bühne am Gasometer, die am ersten Tag frei zugänglich für alle war und an den anderen Tagen nur einen kleinen Eintritt kostete. Entsprechend war die Musik hier eher mehrheitstauglich aber auch nicht weniger interessant gehalten. Besonders der Norweger Bernhoft verstand es mit Witz und Talent die Gunst des Publikums an sich zu reißen.

Das Foyer der Pumpenhalle wurde durch geschickten Einsatz von Glitzerelementen in eine Art Mikrokosmos verwandelt, der tatsächlich an eine Traumsequenz erinnerte. Während am ersten Tag noch Nils Koppbruch eher sanfte, introvertierte Töne von sich gab, erfüllten ZU mit ihrer energetischen Musik und ihrem eindrucksvollen Auftritt das Foyer mit einer Wand aus Dynamik und Kraft.

Etwas nüchterner dagegen wirkte die Gießhalle, die mehr Platz bot und teilweise überdacht war, dennoch nicht weniger atmosphärisch wirkte, vor allem als Mogwai mit ihrem Bombastsound überzeugten. Als Kontrastprogramm zu den lauten Schotten spielten am Samstag die eher sanften Kanadier The Weakerthans. Wirkte die Gießhalle anfangs eher etwas spärlich besucht, konnten die Indierocker durch ihren gefühlvollen und witzigen Auftritt überzeugen um am Ende doch vor einen fast vollen und sehr begeisterten Haus zu spielen.

Ganz anders war der Aufbau in der Kraftzwntrale, deren mittig platzierte Bühne von den Moderatoren aufgrund ihrer Ausstattung liebevoll als Wohnzimmer betitelt wurde. Bei Caribou kam der Verdacht auf, dass die Sitzreihen, die die Bühne umringten nur zur Deko verwendet wurden, denn kurz nach Beginn stand die komplette Halle auf den Beinen und es wurde getanzt. Etwas anders lief es dann allerdings am letzten Tag bei Patrick Wolf und Alec Empire ab. Als exklusives gemeinsames Konzert wurde der Auftritt bei der Traumzeit angekündigt und schürte bereits im Vorfeld hohe Erwartungen. Enttäuschend war allerdings schon der Anfang, obwohl bisher alles gut im Zeitplan war, ließen sich die Herren viel Zeit beim Soundcheck und starteten mit einstündiger Verspätung. Der Qualität der Darbietung tat dies allerdings keinen Abbruch, Wolf und Empire ergänzten sich auf der Bühne, improvisierten und spielten mit den Requisiten. Dabei blieben Musik und Sound auf einem äußerst hohen Niveau, da haben die Organisatoren Patrick Wolf sicherlich verziehen, dass einige der Requisiten unter seinem Einfluss zerstört wurden.

Traumzeit ist nicht einfach nur ein Festival, es ist eher ein Zusammentreffen von verschiedenen Welten, die sich gegenseitig ergänzen. Sei es das Publikum, das sich aus allen Altersklassen zusammensetzt, oder die Musik, die sich einer unfassbaren Bandbreite bedient. Selten werden Besucher jenseits der 60 die Gelegenheit dazu bekommen solche Kraftpakete wie die Italiener ZU zu erleben und noch viel seltener wird es vermutlich passieren, dass ein Großteil eben dieser Menschen nicht nach den ersten ohrenbetäubenden Tönen den Platz wieder räumen, sondern tapfer durchhalten und es auch zu genießen scheinen.

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