
Bremen, Tower Musiklub
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Corrosion Of Conformity (16.4.2011)
Wenn betagtere Männer ihre einstmals Stil prägenden Songs vor zahlendem Publikum darbieten, kommt nur sehr selten ungetrübte Begeisterung auf. Viel öfter erregen Re-Union-, Jubiliäms oder Abschiedskonzerte Mitleid, mitunter gar Unverständnis und Ekel. Es geht indes auch anders. Gut so, zumindest halbwegs.
Vor Monaten bereits kündigte die ehemalige Hardcore-Metal-Crossover-Band und in den Neunzigern sogar kommerziell ziemlich erfolgreich hart rockende Gruppe Corrosion Of Conformity eine Europatournee für den Frühling an. Erstaunlich bereits zum Zeitpunkt der Ankündigung aber, dass Pepper Keenan während des gesamten Konzertreisen-Zeitraumes in den Staaten verweilen sollte, und die Band bekanntgab, als Trio zu touren.
Zumindest über das zu spielende Repertoire herrschte somit bei den drei Beteiligten sofortige Einigkeit. Die Jugendfreunde Reed, Woody und Mike bringen die Songs der Mittachtziger-Releases Animosity und Technocracy über den großen Teich, streuen hier und da eines der gerade erst im Studio aufgenommenen Lieder ein. Wer also Midtempo-Klassiker wie Albatross oder Vote With A Bullet erwartet, wird enttäuscht. Allen anderen haut C.O.C. diese eigentümlichen Aggro-Hymnen um die Ohren.
Präzise, im Sinne von tight, belebt das Trio die Vergangenheit und beglückt das reife Publikum. Konzentriert und dennoch grundsympathisch vollbringen Woody, Mike und Reed harte Musik-Arbeit. Es kollidieren zähe Schlepp-Riff-Passagen mit schnellem Hardcore-Geknüppel und Speedmetal-Parts. Souverän zusammengehalten von drei Menschen, die einander verstehen und wortlos kommunizieren können. Mit einer kurzen Zugabe hält das intensive Geschehen, Highlight erneut der komplexe Wirbelsturm Intervention, sechzig Minuten an. Dies muss reichen.


