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Fake Problems (16.9.2009)

Dass Fake Problems sich vielleicht nicht den besten aller möglichen Namen ausgesucht haben, sei jetzt mal dahingestellt. Aber in wiefern wäre z. B. "Against Me!" wirklich besser? Ob es der Name war, der die Besucher an diesem Mittwochabend vom White Trash fernhielt, weiß man nicht. Dass sich im Keller der berühmten Fast Food Kneipe, der sich passenderweise Diamond Lounge nennt, gerade einmal 30 Leute einfanden, spricht weder für die deutsche Hauptstadt, noch für das Marketing des Konzertveranstalters.

Das war sowieso ziemlich fragwürdig. Erst kündigt man das Konzert für 9 Uhr an, dann für 8, nur um es letztendlich um 10 anfangen zu lassen. Mit der wunderbaren Begründung, dass 9 Uhr normale Anfangszeit mit Vorband ist – und Fake Problems haben keine Vorband.

Aber all diese Widrigkeiten machen nichts aus, sobald der Vierer aus Naples in Florida auf der Bühne steht. 1, 2, 3, 4 – der Opener des aktuellen Albums It´s Great To Be Alive dient auch als Beginn eines etwa einstündigen Konzerts, das nur erahnen lässt, was aus dieser Band werden könnte. Zwar bleibt Interaktion mit dem Publikum eher die Ausnahme, dennoch spielt die Band nicht nur professionell, sondern regelrecht euphorisch ihr Set herunter.

Und auch wenn das Konzert sicher nicht das Publikum hat, das es verdient, sind die Leute, die es doch hin geschafft haben schon nach kurzer Zeit begeistert. Dass das Publikum im Schnitt einige Jahre älter als die Bandmitglieder ist, mag zwar etwas zur Steifheit der Besucher beitragen, zeigt aber auch, dass die Band eben nicht die Trendfans von Bands wie The Gaslight Anthem anspricht, sondern durchaus Kenner, die die vielschichtig und nahezu perfekt vorgetragenen Songs der Band zu schätzen wissen.

So wird man anschließend in eine der letzten Sommernächte entlassen mit dem guten Wissen, dass man eine Band gesehen hat, deren Begeisterung man sich bei vielen anderen wünschen würde.