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NoMeansNo (14.7.2009)

Der Altersschnitt steigt weiter, wenn Kanadas NoMeansNo, die Grateful Dead-Entsprechung des Hardcore gastiert. Die Fangefolgschaft kommt verlässlich seit mindestens einem Jahrzehnt der beiden Europatournee-Dekaden, welche das Trio mittlerweile und weiterhin problemlos buckelt.
Doch gerade deswegen, weil einander allein Wertschätzung und Respekt entgegengebracht werden,  nehmen sich die Konzerte auch des öfteren wie bierselige Familientreffen aus.

Immerhin ist NoMeansNo eine sehr verlässliche Band, deren Musik vor ziemlich genau zwanzig Jahren als überaus postmodern zeitgemäß und zukunftsweisend gelten konnte – nachzulesen im wohlwollenden Spex-Feature des Sommers 1989. Zwar treibt die bereits in jenen Tagen attestierte Verbindung aus Dead Kennedys-Politpunk und King Crimson-Prog niemanden mehr zu euphorischer Raserei. Denn die unerhört klingenden Abenteuer unternehmen heutzutage andere. Dennoch wissen die drei Fünfziger ihrem Publikum bestens zu gefallen. Avancierte Spielkultur kombiniert das Powertrio weiterhin mit Humor und Brachialität, Entertainment und reiner Spielfreude.

Das umfangreiche Repertoire wird auch an diesem schönen Sommerabend, welcher eigentlich in den Biergarten lädt, stilsicher ausgeschöpft. Die komplexeren Epen à la Small Parts Isolated And Destroyed und auch die Hochtempo-Bolzen wie It´s Catching Up lassen NoMeansNo zwar aus. Doch ansonsten bieten Rob, John und Tommy ihren hochenergetischen und abwechslungsreichen Postcore, der Rockopernmonumentales – Self Pity und All Lies – beinhaltet, ebenso jedoch auch Pogo-erprobtes Ramones-Geratter - So Low - und fiese Funk-Derbheit - Everyday I Start To Ooze und Body Bag. Nach einem zähen Einstiegsstück stellen dies die anschließenden Klassiker Oh! No! Bruno! und The Day Everything Became Nothing direkt unmissverständlich klar.

Zwar gibt es diverse Bühnensoundprobleme, doch das kann diese gestandenen Freundlichkeitsvertreter in keinster Weise aus dem Konzept bringen. Spöttelnd und witzelnd gestalten die Nordamerikaner den gemeinsamen Abend. Souverän und mit insgesamt sogar dreifacher Zugabenwiederkehr gibt NoMeansNo auch dieses Jahr so viel Musik und Schweiß, wie eben möglich.

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