
Köln, Kulturkiche
Köln, Kulturkiche
Lambchop (8.7.2009)
Die Kölner Kulturkirche ist dafür bekannt, interessante Künstler in sakralen Ambiente auftreten zu lassen. So stellten am siebten Juli 2009 die Musiker der Band Lambchop ihr aktuelles Album OH (Ohio) in der evangelischen Kathedrale vor. Bis zu fünfzehn Mitglieder zählt das Bandkollektiv aus Nashville bei Auftritten. An jenem Sommerabend waren es sechs Instrumentalisten um Bandleader Kurt Wagner, die die christlichen Mauern zum Klingen brachten.
Die hohen Wände der Kirche kamen der Musik insofern zu Gunsten, als dass die Musik um Wagners sonore Bassstimme Raum braucht, um sich zu entfalten. Die dezente Begleitung Wagners durch seine Band, gibt der Musik einen sehr entspannten Unterton. An der Akustikgitarre auf einem Stuhl sitzend wirkte Kurt Wagner mit seinem Truckercappy eher wie ein zur Ruhe gekommender Countryopa nach langjährigem Farmaufenthalt. Seine Texte lagen in einem überfüllten Aktenordner vor seinem Stuhl und unterstützen den leicht senilen Eindruck. Um so erfrischender war die freundlich gesinnte Bühnenpräsenz Wagners, der offenbar ganz schön herumgekommen ist und das Kölner Bier in hohen Tönen lobte. Ob er mit den Klischees spielt, bleibt offen. Vom traditionellen Country ist die Musik Lambchops nämlich gänzlich einflussfrei. So blieb auch die Zugabe des Bob Dylan-Songs I Threw It All Away durchaus erquicklich und stieß auf eine anerkennende Resonanz beim Publikum.
Zeitweilen hatte die Band mit dem extrem halligen Klang der hohen Wände der Kulturkirche zu kämpfen. Hier und da klang alles etwas überladen, da sich die vielzähligen Tasten- und Saitenstrumente ins undefinierbare Hallraunen spielten. Das sind eben die Nachteile eines solch originellen Konzertraumes. Doch gerade wenn Wagner nur zu wenig Begleitung seine grazilen Texte formulierte, entfaltete sich eine angenehme Stimmung in der Kirche. Wohlbefinden pur beim teilweise sitzenden Publikum.
Ob die Kulturkirche wirklich die absolut perfekte Lokalität für Lambchopkonzerte bietet, bleibt fragwürdig. So erinnern sich vielleicht Einige an den Auftritt der Band 2007 bei der Bonner Rheinkultur, als Lambchop bei strahlender Sonne vor den Soundverwandten Calexico spielten. Dennoch finden die Akkorde der Entspannungsband aus Nashville, ob in den hohen Gemäuern einer Kölner Kirche oder auf der Wiese eines Sommerfestival ähnlich positiven Anklang. Ein schöner Abend.


