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Trail Of Dead (9.6.2009)

Wenn es eines geben sollte, ist es sicherlich um einige Einträge reicher, das Tourtagebuch des Conrad Keely. Zuallererst erfährt er am Vortag des Konzerts, dass er gleich ein kurzes Akustikset spielen werde, um für die kurzzeitige Ausstellung seiner Bilder, welche in der Kneipe des Schlachthofs aufgehängt wurden, einen angemessenen Rahmen zu schaffen. Das improvisierte Quasi-Konzert lässt die überrumpelten Musizierenden etwas deplatziert wirken. Die Lieder torkeln etwas, doch dafür sind sie und ihre Interpreten  gesellig und freundlich.

Ein angenehmer Wochenstart – zudem möchte Jason Reece diesen Montag mit einem Pokerturnier beenden. Dafür läuft er aufmunternd von Tisch zu Tisch, um Mitspieler zu finden, welche bis in die frühen Nachtstunden ihr Glück versuchen mögen. Keely unterhält sich stattdesen mit Einheimischen lieber über Kunst und natürlich Musik.

Am darauf folgenden Konzertabend ist der Schlachthof zwar lediglich mittelvoll. Die Stimmung allerdings ist vom Anfang bis ans Konzertende geprägt von bester Laune, Zuneigungsbekundungen und Euphorie. Kaum jemand hat sich in die Kesselhalle verirrt. Alle wissen, warum sie diesen Ort aufgesucht haben. Sämtliche zum Mitsingen oder Gröhlen animierenden Songs werden daher lautstark unterstützt. Obwohl Trail Of Dead darauf auch verzichten könnten. Denn an diesem Abend elektrisiert die Gruppe. Gitarrenwände und Doppelschlagzeugdonner durchströmen die Körper der Anwesenden. Moderne Rockmusik kann kaum großartiger dargeboten werden als an diesem Abend, von diesen Menschen. Viele erhebende Momente tilgen all die langweiligen Bands aus dem kollektiven Gedächtnis. Doch auch Trail Of Dead, an diesem Abend bester Laune und wissen, worauf es ankommt. Die leiseren Stücke und verspieltere Kompositionen werden ausgespart. Wie ein einziger, vielgliedriger Organismus re-kreiert das sechsköpfige Ensemble seine größten melancholischen, kunstfertigen, zerrisenen, wütenden und berauschenden Lieder vor Publikum. Trail Of Dead, die reine Ekstase des Rock.
Und zwischendrin dankt Keely noch für den angenehmen Vorabend und erzählt, dass er den Tag in der Biker-Stadt sehr genossen habe. Denn er suchte in dessen Verlauf ein sehr gut sortiertes Fahrradfachgeschäft auf, erstand einen ansprechenden Drahtesel und radelte damit an der Weser entlang. Also sind alle glücklich, wie schön.

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