Platte der Woche

Grinderman
Grinderman 2

Aktuelle Platten

Luxor, Köln

Luxor, Köln

Fink (UK) (2.6.2009)

“Wie macht der das?”, fragt ein Mädchen und schüttelt verständnislos den Kopf als Ben Howard sich auf der Bühne des Luxors in Köln in Extase singt und wild auf seine Gitarre im Schoß herumtrommelt. In der ersten Reihe steht ein Mann und wird von einer jungen Dame angesprochen, während er in stiller Hochachtung beobachtet, was da auf der Bühne vor sich geht.

 

Der Mann ist Finian Greenall alias Fink und steht wenig später selber auf dieser Bühne und wird beklatscht. Sein sechstes Album Sort Of Revolution steht im Plattenladen und begeistert seine Kritiker. Grennalls Kunst ist es, eine simple Figur auf seiner Nylongitarre zu spielen und sich dabei in seinen Gesang hineinzusteigen. Auf der Bühne zeigt das simple Konzept seiner Songs noch mehr Wirkung als auf der Platte, da man zusehen kann, wie Fink sich aus dem Raum herausspielt. Begleitet von einem fein phrasierten Schlagzeug und einem dezenten Bass, groovte sich das Trio aufeinander ein.

Schaut man dem kahlen Herren zu, wie er auf seiner Gitarre herumzupft, pickt, schlägt und zieht und seinen Gesang mit den rythmischen Figuren in Einklang bringt, fällt es schwer zu glauben, dass Finian Greenall einst die englischen Clubs als Elektro-DJ zum tanzen gebracht hat. Dann führte sein Weg doch zur Akustikklampfe und an diesem Abend ist das ganze Luxor ihm dafür dankbar. Sein sanft, wärmender Gesang wirkt beruhigend, auch wenn die groovende Gitarre stets zum Aufbruch ruft. Fink spielt sich durch die Nummern seiner Alben Biscuits And Breakfast und Distance And Time und erlebt einen gefühlten Höhepunkt in dem Titelstück von Sort Of Revolution, eine sich langsam aufbauende und steigernde Nummer in der Finian Greenall offenbar eine Art der Revolution in seinem Kopf erlebt. Hat man ihn erst kürzlich in Köln auf Solotour erleben können, bleibt die Frage im Kopf, was Fink besser beherrscht: Das perfekte Spiel im Trio oder eine atemberaubende One-Man Show.