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Köln, Sonic Ballroom

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Knucklebone Oscar (20.12.2008)

Urige Raucherkneipe, irgendwo in Köln. Leopardenfellimitat und eine Lichterkette zieren den Verschlag über der Theke, der Rest des Raums ist in einem angenehmen Rot gestrichen. Über der Eingangstür trohnt ein Geweih und Radkappen an den Wänden dienen als Lampen. Diese eigenwillige „Punk'n'Rock'n'Roll-Bar“, wie sich das Sonic Ballroom selbst nennt, ist die Location für die Stars des Abends, den Rockern von Knucklebone Oscar. Doch bevor sich die Finnen die Ehre erweisen, heizen die drei Jungs von Fancy Waiters ein. Die Kölner spielen knallharten Punkrock, der voll auf die Zwölf haut. Doch nicht nur die authentische Musik der sympathischen Band kommt gut an – ihre selbst designten Fanshirts, die jeweils drei ulkige Frösche zieren, verkaufen sich am improvisierten Merchandise-Stand wie warme Semmeln.

Nach etwa vierzig Minuten sagen die Fancy Waiters „Tschö“, und eine weitere halbe Stunde später betreten die Jungs um und mit Knucklebone Oscar die Bühne, eröffnen das Set mit Loose Trigger Billy und bringen die Kölner Kneipe noch mehr zum Kochen. Während seine drei Bandmitglieder wie Retro-Rock'n'Roller aus den 50ern aussehen, erinnert der Namenspatron mit seinem engen Rüschenhemd, seiner wuscheligen Frisur und seinem üppigen Backenbart vielmehr an einen mexikanischen Gangster. Man merkt den Jungs an, dass sie im Herzen Vollblutmusiker sind. Die Lieder leben nicht nur durch ihre Energie, sondern vor allem durch die improvisierten Soli des Frontmannes, die er ausgiebig und mit orgastisch anmutender Miene zum Besten gibt. Doch nicht nur musikalisch weiß die Kombo zu unterhalten: Knucklebone Oscar legt großen Wert darauf, sein Publikum mit einzubeziehen, sei es, indem er auf amüsante und plastische Weise seine Bandkollegen vorstellt, oder indem er sich auf den Schultern des Roadies durchs Publikum tragen lässt. Nach 45 schweißtreibenden Minuten, einer Ein-Song-Zugabe und einer zersägten Gitarre verabschieden sich die Finnen von der Bühne und waren seitdem, zumindest in Köln, nicht mehr gesehen – die Jungs haben das Motto „In der Kürze liegt die Würze“ wörtlich genommen. Was sehr schade ist, zumal das inzwischen doch reichliche Songmaterial durchaus mehr hergegeben hätte als eine Dreiviertelstunde. Nichts desto trotz: Den kleinen Mann muss man unbedingt live erleben!

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